Deutsche Spieler im NFL Draft 2026: Sieben Deutsche wollen den Sprung in die NFL schaffen
- Daniel Düngel
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- 13 Min. Lesezeit
Der NFL Draft 2026 rückt näher – und mit ihm die Frage, die uns jedes Jahr aufs Neue elektrisiert: Wer wird der nächste Deutsche in der NFL? In diesem Jahr sind es gleich sieben Namen, die auf dem Radar der Scouts stehen. Sieben Geschichten, sieben Wege, ein Traum. Das sind die deutschen Spieler im NFL Draft 2026!

Von Hochheim am Main über Köln und Hamburg bis nach Frankfurt (Oder), Witzenhausen und Weichs – die Wege, die diese Spieler in die USA geführt haben, könnten unterschiedlicher kaum sein. Manche kamen über Austauschjahre, andere über Programme wie PPI Recruits oder Gridiron Imports. Einer schrieb während Corona aus Langeweile hunderte Coaches an. Ein anderer wollte eigentlich nur abnehmen. Und einer hat American Football durch YouTube-Videos entdeckt, weil sein Baseball-Team sich aufgelöst hatte. Am Ende stehen sie alle vor derselben Chance: einem Platz in der besten Football-Liga der Welt.
Wir bei Footballschland begleiten viele dieser Spieler seit Jahren – im Podcast, auf Instagram und hier im Blockblog. Wir kennen ihre Geschichten, haben mit ihnen gesprochen, gelacht, gebangt. Dieser Artikel ist unser Überblick über die deutschen Spieler im NFL Draft 2026: Wer sind sie, wo kommen sie her, und wie stehen ihre Chancen?
Was mich in diesem Jahr besonders beeindruckt: Die Wege sind so unterschiedlich wie nie zuvor. Vom Combine-Teilnehmer bis zum IPP-Kandidaten, von der Power Five bis zur ELF, vom Punter in der Big Sky bis zum Starter in der Big 12 – deutscher Football-Nachwuchs ist überall angekommen. Und jeder einzelne dieser Jungs hat eine Geschichte, die es verdient, erzählt zu werden. — Daniel Düngel, Footballschland
Marlin Klein — TE, University of Michigan
Wenn es in diesem Draft-Jahrgang einen deutschen Spieler gibt, der für Schlagzeilen sorgen könnte, dann ist es Marlin Klein. Der Kölner ist der heißeste deutsche NFL-Prospect seit Brandon Coleman – und das mit einer Geschichte, die fast zu gut klingt, um wahr zu sein.
Klein spielte als Kind Fußball und Basketball, bevor ihn der American Football packte. Den Anstoß gab ein Super-Bowl-Abend im Jahr 2013: Als der damals junge Marlin den Super Bowl schaute, dachte er sich, dass er diesen Sport spielen will. Dass sein späterer Coach bei den San Francisco 49ers an der Seitenlinie stand – Jim Harbaugh – konnte er damals nicht ahnen. Ein paar Jahre sagte er niemandem etwas davon. Erst als es ernst wurde, weihte er seinen Vater ein.
Bei den Cologne Crocodiles spielte Klein in der U16 Regionalliga und der U19 Jugend Bundesliga als Receiver. Ein Coach machte ihn auf ein Camp von Gridiron aufmerksam – Klein ging hin. Mit gerade einmal 15 Jahren und, wie er selbst sagt, miserablem Englisch landete er an der Rabun Gap-Nacoochee School in den USA. Mit fast 20 D1-Angeboten in der Tasche entschied er sich für Michigan – und wurde dort Teamkollege des späteren NFL-Spielers Julius Welschof.
Bei den Wolverines entwickelte sich Klein stetig: Nach einem Redshirt-Jahr und ersten Einsätzen 2022 war er 2023 Teil des Teams, das die National Championship gewann. In der Saison holte er auch seinen ersten Collegiate Catch über acht Yards. 2024 spielte er in allen 13 Spielen, startete sechsmal, und war zeitweise Michigans bester Receiver – etwa gegen Arkansas State mit drei Catches für 43 Yards. Insgesamt sammelte er 13 Receptions für 108 Yards und war ein wichtiger Beitrag im Run Game als Blocker. 2025 eröffnete er die Saison als No. 1 Tight End und wurde zum Team Captain ernannt – gegen New Mexico hatte er gleich ein Career-High mit sechs Catches für 93 Yards und einem Touchdown. Am Ende der Saison standen 24 Receptions für 248 Yards und sein erster Career Touchdown zu Buche. Über seine gesamte College-Karriere: 38 Receptions, 364 Yards, ein Touchdown.
Beim NFL Combine untermauerte Klein seine Athletik eindrucksvoll: Im 40-Yard-Dash lief er 4,61 Sekunden und war damit der siebtschnellste Tight End des Jahrgangs – schneller als sein früherer Michigan-Teamkollege Colston Loveland, der im vergangenen Jahr in der ersten Runde gedraftet wurde. Dazu ein Vertical Leap von 36 Zoll und ein Broad Jump von 117 Zoll. Sein Relative Athletic Score (RAS) landete in der 90. Perzentile aller Tight Ends in der Combine-Geschichte. Kurzfassung: Der Junge ist athletisch.
Die Draft-Experten haben das registriert. NFL-Analyst Daniel Jeremiah traut Klein eine Auswahl in der dritten Runde zu. Mel Kiper von ESPN listet ihn auf Platz 5 seiner Tight-End-Rankings. Bleacher Report führt ihn auf Rang 100 ihres Top-150 Big Board und sieht ihn als sechstbesten Tight End des Jahrgangs. Tankathon rankt ihn auf Platz 181 overall (TE #13). Je nach Quelle also irgendwo zwischen spätem Day 2 und solidem Day 3 – für einen Deutschen eine außergewöhnliche Ausgangslage.
Sein erster Trainer in Deutschland war übrigens kein Geringerer als Jan Weinreich, heute NFL-Experte und Fokus-Football-Host. Als Vorbilder nennt Klein neben Travis Kelce auch George Kittle, Tony Gonzalez und Rob Gronkowski.
Pro Day: 20.03.2026
Early Projection: Realistischer 3rd-Round-Pick, Top 100 möglich
Paul Rubelt — OL, University of Central Florida
Mit 2,09 Metern und rund 330 Pfund ist Paul Rubelt der größte Deutsche in diesem Draft – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Offensive Lineman aus Frankfurt (Oder) hat eine Geschichte, die zeigt, wie manchmal die Mutter den ersten Block setzt.
Mit 13 Jahren meldete ihn seine Mutter bei den Red Cocks Frankfurt (Oder) zum Flag Football an. Ihre Begründung: Er sei ein großer Junge und passe gut in den Sport. Vor dem Football war Rubelt Schwimmer. Der Wechsel vom Flag zum Tackle Football folgte bald, und die Idee, dass dieser Sport mehr sein könnte als ein Hobby, wuchs schnell.
Ein Austauschjahr in Illinois brachte Rubelt erstmals zum High School Football in den USA. Danach erstellte er ein Highlight-Tape, das über deutsche Trainer den Weg zu Björn Werner und Gridiron Imports fand. Die Einladung zur Gridiron Imports College Tour folgte 2019. Über Camps – unter anderem bei Rutgers – kam das erste Offer von UMass. Weitere Aufmerksamkeit folgte nach guten Drills. Am Ende entschied sich Rubelt für die UCF Knights – ein Official Visit überzeugte ihn vollständig. Dieser Entscheidung blieb er über seine gesamte College-Karriere treu.
Bei UCF spielte Rubelt in der Big 12 gegen zahlreiche Top-Talente, darunter Travis Hunter. In 60 Spielen stand er 22 Mal in der Startaufstellung – sowohl als Right Tackle als auch als Left Tackle. In seiner letzten Saison 2025 war er der einzige zurückkehrende Starter der O-Line und kam auf über 641 Snaps – die meisten aller UCF Offensive Linemen. Er nahm am Big 12 Media Day teil.
Abseits des Feldes ist Rubelt bekennender Rammstein-Fan, Chicago-Bears-Sympathisant, Nachtmensch und Team Döner. In den letzten fünf bis sechs Jahren war er nur zweimal in Deutschland. Schuhgröße: 50. Im Weight Room fühlt er sich wohler als im Film Room.
Pro Day: 25.03.2026
Early Projection: Late Day 3 Pick oder UDFA – eine risikolose Top-Wahl als Entwicklungsprojekt
Die ganze Geschichte von Pauls Weg an die UCF gibt es in Folge S03E12 unseres Podcasts zu hören.
Paul ist ein Paradebeispiel dafür, was Loyalität im College Football bedeutet. Er hat sich für UCF entschieden und ist geblieben – über sechs Jahre, durch Höhen und Tiefen. Das ist selten geworden in Zeiten des Transfer Portals. — Daniel Düngel, Footballschland
Mark Petry — OL, Syracuse University
Mark Petrys Weg in die NFL liest sich wie ein Drehbuch, das Hollywood wahrscheinlich als unrealistisch ablehnen würde. Vom ersten Training bei den Mainz Golden Eagles, das er selbst als „Katastrophe" bezeichnet, über einen Kreuzbandriss, JUCO-Umwege und diverse Verletzungen bis zum Starter in der ACC – Petry hat so ziemlich alles mitgemacht, was einem auf dem Weg in die NFL passieren kann.
Der gebürtige Hochheimer kam in der Oberstufe erstmals mit American Football in Berührung – durch NFL-Übertragungen im Free-TV. Freunde brachten ihn dann zum Training. Bei den Mainz Golden Eagles wollte er ursprünglich Tight End werden, inspiriert von seinem Vorbild Rob Gronkowski. Doch schnell wurde klar, dass Football für ihn mehr als nur ein Hobby werden könnte. Schon damals entstand die Idee, den Sport in den USA auf College-Level zu betreiben.
Über Brandon Collier und PPI Recruits nahm Petry an Camps teil und ging auf eine Exposure-Tour. Dann der Rückschlag: ein Hamstring-Riss beim Camp und 2018 kein einziges College-Angebot. Petry stand kurz davor, den normalen Studienweg in Deutschland einzuschlagen. Doch Collier riet ihm zum Positionswechsel auf Offensive Tackle. 2019 kam das Angebot eines Junior College in Iowa – Ellsworth Community College. Dort spielte er seine erste Saison als OT, überzeugte sofort und sammelte mehrere D1-Angebote, darunter UMass, Eastern Michigan und Syracuse.
Petry entschied sich für Syracuse und die ACC – eine Power Five Conference. Dann der nächste Schicksalsschlag: Nach seiner ersten Saison 2020 riss ihm das Kreuzband. Rund anderthalb Jahre Reha, kaum Spielzeit. Doch Petry kämpfte sich zurück, profitierte auch von Verletzungen anderer O-Liner und wurde schließlich Starter. Insgesamt absolvierte er 39 Spiele bei Syracuse, davon 24 als Starter über fünf Saisons in der ACC.
Seine realistische Selbsteinschätzung: Kein klassischer NFL-Prototyp von der Statur her. Sein Wunsch: Day 2 oder Early Day 3 Pick. 2025 riss ihm dann noch das ACL im rechten Knie – möglicherweise hat er ein ganzes Jahr mit gerissener ACL gespielt.
Am Syracuse Pro Day am 16. März trat Petry trotz der Knieverletzung an – mit Kniebandage, aber entschlossen. Auf den 40-Yard-Dash verzichtete er bewusst, doch bei den übrigen Tests lieferte er ab: 21 Reps auf der 225-lb-Bench-Press, 30 Zoll Vertical Jump, 9'02" Broad Jump, 4.85 Sekunden im 20-Yard-Shuttle und 8.14 im 3-Cone-Drill. Die Bench-Zahlen zeigen, dass die Kraft da ist. Die Agility-Werte sind nach einer ACL-Reha nachvollziehbar vorsichtig. Dass er überhaupt getestet hat, ist ein Statement. PFF listet ihn aktuell auf Rang 356 ihres Predictive Big Board – als Center, nicht als Tackle. Auch das passt: Zuletzt hatte Petry bei Syracuse an der Center-Position gearbeitet, bevor die Verletzung kam.
Was Petry menschlich ausmacht: Er war Roommate mit NFL-Tight-End Maximilian Mang, vermisst das hausgemachte Essen seiner Mutter (Spaghetti Bolognese!), und auf die Glaskugel-Frage, wo er gern spielen würde, antwortet er: Ein Team in Texas wäre „auch schön" – keine State Income Tax. Sehr bodenständige Prioritäten.
Pro Day: 16.03.2026 (getestet, ohne 40-Yard-Dash)
Early Projection: Bei starkem Pro Day und guten Medical Checks Rd7-Bubble oder UDFA
Mark war in Folge S01E72 unseres Podcasts zu Gast und hat offen über seine USA-Reise gesprochen – vom Yankee Stadium bis Syracuse.
Marks Geschichte zeigt, was diesen Sport ausmacht: Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Kreuzbandriss, kein Angebot, JUCO-Umweg – und trotzdem steht er heute vor der Chance auf die NFL. Das ist kein Zufall, das ist Charakter. — Daniel Düngel, Footballschland
Florian Staehler — OL, New Mexico State University
Florian Staehler ist der lebende Beweis dafür, dass Corona-Langeweile manchmal die besten Karrieren startet. Der Kölner, der eigentlich vom Judo kam und lieber Bälle fangen wollte „wie jedes Kind", hat sich über zwei Colleges, zwei Conferences und hunderte Emails an Coaches bis in die FBS hochgearbeitet.
Mit 13 oder 14 Jahren nahm ihn ein Klassenkamerad mit zu den Langenfeld Longhorns. Staehler startete als Defensive End, wechselte später zu den Cologne Crocodiles U19. Seine Eltern wollten zunächst, dass er sein Abi in Deutschland macht – kein Highschool-Football in den USA. Also begann er ein Studium in Köln, spielte aber keinen Herren-Football mehr.
Dann kam Corona. Staehler saß zuhause, langweilte sich, vermisste Football. Er schnitt alte Highlights zusammen, erstellte einen Twitter-Account und schrieb buchstäblich hunderte College-Coaches an. Towson glaubte an ihn – über den Kontakt zu Roman Wahrheit, der dort bereits spielte. Ohne offiziellen Visit, wegen Covid, committed er im Dezember 2020 und kam im Januar 2021 an.
Bei Towson (FCS, CAA Conference) durchlief Staehler den klassischen Weg: Jahr 1 als Redshirt, dann erste Starts und Special-Teams-Einsätze, bis er im vierten Jahr als vollständiger Starter eine Leadership-Rolle im Locker Room übernahm – Starting Left Guard in allen 12 Spielen. Als Graduate Student ging er ins Transfer Portal und landete bei New Mexico State (FBS, Conference USA), wo er in 12 Spielen über 523 Snaps bei 4 Starts sammelte.
Die menschliche Seite: Staehler telefoniert vor jedem Spiel mit seinem Vater und läuft einmal ums Feld. Sein Pregame-Essen: Rührei, Bacon, Kartoffeln – bei späten Spielen Hühnchen und Mashed Potatoes. Was er in Deutschland am meisten vermisst? Deutsches Frühstück mit Brot, Aufschnitt und Mett, Kartoffelgratin von Mama und Suppe von Oma. Und auf die Glaskugel-Frage, welche Headline 2026 im Kölner Stadtanzeiger über ihn stehen soll, antwortet er ohne Zögern: „Der nächste Deutsche in der NFL."
Pro Day: 23.03.2026
Early Projection: Chance als UDFA – möglich und verdient
Florians Geschichte gibt es ausführlich in Folge S03E03 unseres Podcasts – ein Muss für jeden, der wissen will, wie Hartnäckigkeit belohnt wird.
Maurice Heims — DL, University of Idaho
Maurice Heims ist einer der besten deutschen Defensive Ends seiner Generation – und gleichzeitig ein Spieler, dessen Weg zeigt, wie schmal der Grat zwischen Durchbruch und Geduld sein kann.
Der Hamburger spielte in seiner Jugend acht Jahre lang erfolgreich Fußball und wurde sogar für eine Nationalmannschaft rekrutiert, bevor er den Weg zum American Football fand. Bei den Hamburg Swans fing er an. Im Sommer 2018 schloss er sich PPI Recruits an und nahm an mehreren Football-Camps an verschiedenen Universitäten in den USA teil. Während dieser Tour erhielt er sein erstes Angebot – von der Penn State University. Mit seinen Idealmaßen für die Defensive End Position – knapp zwei Meter groß und rund 120 Kilogramm – wurden weitere FBS-Teams aufmerksam. Heims war ein Three-Star-Recruit.
Er ging auf eine High School in den USA, wo er gemeinsam mit Hero Kanu war und die Gegner dominierte. An der Santa Margarita Catholic High School spielte er sowohl Defensive End als auch Tight End und war im Track aktiv. 2021 entschied er sich als Freshman für die University of Washington.
Bei den Huskies entwickelte sich Heims stetig, aber ohne den großen Durchbruch. 2022 kam er in sieben Spielen zum Einsatz, 2023 spielte er in 14 von 15 Spielen und war regelmäßig in der D-Line-Rotation. 2024 dann ein Rückschritt: überwiegend Special Teams, insgesamt neun Spiele. Bei Washington sammelte er 9 Career Tackles, darunter 2 Tackles for Loss und einen Sack gegen Colorado 2022.
Für seine letzte College-Saison wechselte Heims als Graduate Student zur University of Idaho (FCS, Big Sky Conference), um neues Tape für NFL-Scouts zu produzieren. In 9 Spielen für die Vandals kam er auf 8 Tackles, 4 Solo, 4 Assists.
Scouts beschreiben seine Stärken so: explosiver Start aus der Stance – seine Fußball-Vergangenheit macht sich in der Fußarbeit bezahlt. Schnelle Richtungswechsel, gute Balance, mächtige Hände gegen Blocker.
Pro Day: 25.03.2026
Early Projection: Development-Projekt als UDFA mit Chancen auf Rookie-Camp-Einladungen
Felix Lepper — OL, IPP Class 2026
Felix Leppers Geschichte beginnt mit einer simplen Motivation: Er wollte abnehmen. Dass dieser Plan ihn eines Tages ins NFL International Player Pathway Program katapultieren würde, hat er damals sicher nicht kommen sehen.
Der 2,07-Meter-Riese aus Witzenhausen fing bei den Göttingen Generals U19 an (2018–2020). Zunächst spielte er Defensive Tackle – bis Björn Werner bei einem Camp auf ihn zukam und sagte, er solle ab jetzt mit den O-Linern trainieren. Dieser Moment veränderte Leppers Karriere.
2020 ging er zur Gridiron Imports Foundation. 2021 wechselte er an die Fork Union Military Academy in den USA, wo er als Starting Left Guard neben Aaron Große Kleimann spielte. Danach kehrte er nach Europa zurück und spielte in der European League of Football: 2022 bei den Leipzig Kings, 2023–2024 bei den Berlin Thunder, seit 2025 bei den Hamburg Sea Devils.
Dann der Schlüsselmoment: eine Syndesmosenruptur im Sprunggelenk. Doch genau in dieser Zeit im Krankenhaus erreichte ihn die Nachricht eines NFL-Scouts, dass er auf deren Radar sei. Lepper erzählt: Er habe die Chance bekommen, zum Combine zu kommen, und das sei ein immenser Ansporn gewesen. Beim International Camp der NFL im Rahmen des International Pathway Programmes in London (Oktober) konnte er sich beweisen. Im Januar 2026 wurde er zum NFL-Vorbereitungscamp in Florida eingeladen.
Abseits des Feldes: Lepper studiert Lehramt (Sport, Geografie), fuhr früher leidenschaftlich Kart – trotz seiner Körpergröße ist er noch heute Motorsport-Fan. Schuhgröße 50/51. Sein Vorbild ist Jakob Johnson – nicht wegen der Position, sondern wegen Mindset und Disziplin. Auf die Frage von ran, ob Johnson ein Vorbild sei, auch wenn er eine andere Position spiele, antwortete Lepper: „Sein Mindset, die Art, wie er die Sachen angeht und die Disziplin, die er mitbringt, das ist ein Vorbild."
Pro Day: TBA
Early Projection: Bekommt seinen Platz als International Player auf einem Practice Squad über das IPP-Programm
Leo Blumentritt — P/K, University of Northern Colorado
Sechs Offensive Linemen, ein Tight End, ein Defensive End – und dann ist da noch Leo Blumentritt. Der Punter und Kicker aus Weichs bei München bringt eine Position mit, die in Deutschland fast niemand auf dem Schirm hat. Dabei ist sie im NFL-Football eine der unterschätztesten überhaupt. Frag mal einen Head Coach, wie wichtig Field Position ist. Genau.
Blumentritts Weg zum Football begann mit einem Zufall. Mit etwa 14 Jahren löste sich sein Baseball-Team auf. Er brauchte einen neuen Sport und landete bei YouTube. Eigentlich schaute er Baseball-Clips, doch immer wieder tauchten Football-Videos im Feed auf. „I was always watching videos on YouTube. Clips of baseball stuff. Every now and then a clip of football would pop up, and it was kind of interesting. I tried it out one time and fell in love with it." Bis dahin hatte Blumentritt Fußball gespielt, bis er etwa 10 Jahre alt war.
Die ersten Football-Stationen: U15 bei den Fursty Razorbacks (etwa 2015 bis 2021), wo er wohl als Quarterback anfing. Dazu Bayerische Auswahlen. Dann der Wechsel zu den Ingolstadt Dukes (2021 bis 2023), wo er sich weiterentwickelte.
2021 ging Blumentritt auf College Tour in den USA – als QB/TE und vor allem als K/P. Brandon Collier stufte ihn ein: Sein Level sei D2/FCS oder FBS als Kicker und Punter. Blumentritt entschied sich für College of the Sequoias in Kalifornien, ein Community College, wo er als Wide Receiver spielte (2023/24 und 2024/25). Dort teilte er sich das Team mit Liam Lyck, der später zu Gardner-Webb wechselte. 2024 wurde Blumentritt als Kicker ins 1st Team All-National Valley Conference gewählt und zum Special Teams MVP ernannt. Bemerkenswert: Er ging nach Kalifornien, ohne die Schule vorher besucht zu haben.
2025 folgte der Sprung zur University of Northern Colorado in die Big Sky Conference. Und dort explodierte Blumentritt regelrecht. Als Primary Punter und Kickoff Specialist spielte er in allen 12 Spielen und lieferte eine der produktivsten Saisons in der Programmgeschichte ab: 58 Punts für 2.504 Yards bei einem Schnitt von 43,17 Yards pro Punt. Sein Season-High von 48,2 Yards im Schnitt gegen Idaho State am 27. September war der siebtbeste Einzelspielwert aller Zeiten in der Division I. In der Saisonwertung landete er auf Platz 9 bei den Punts, Platz 7 bei den Punting Yards und Platz 4 beim Punting Average.
Dazu übernahm er die Kickoff Duties: 51 Kickoffs für 3.242 Yards mit 39 Touchbacks – konstante Field-Position-Kontrolle über die gesamte Saison. In den UNC All-Time Records taucht Blumentritt gleich mehrfach auf: Platz 16 bei den Single-Game Punting Yards, Platz 10 bei den Season Punting Yards, Platz 4 beim Season Punting Average und Platz 2 beim Career Punting Average.
Und dann ist da noch die Körpergröße: Mit 6'6 (1,98 Meter) bei 200 Pfund könnte Blumentritt der größte Punter im gesamten College Football sein.
Pro Day: 31.03.2026
Early Projection: UDFA / Camp Chance als Special Teams Waffe
Wie geht es weiter?
Sieben Spieler, sieben verschiedene Wege, ein gemeinsamer Traum. Von Marlin Kleins realistischer Chance auf einen Drittrunden-Pick über Leo Blumentritts Record-Saison als Punter bis zu Felix Leppers Weg über das IPP-Programm – die Bandbreite der deutschen Prospects 2026 zeigt, wie vielfältig die Pfade in die NFL geworden sind.
Die Pro Days stehen an: Michigan am 20. März, UCF am 25. März, Syracuse am 16. März, New Mexico State und Idaho ebenfalls am 23. bzw. 25. März. Danach wird sich zeigen, wer die Scouts endgültig überzeugen kann.
Wir bei Footballschland bleiben dran – wie immer. Im Podcast, auf Instagram und hier im Blockblog. Drücken wir diesen sieben Jungs die Daumen. Sie haben es sich verdient.
Egal ob Draft Pick, UDFA oder IPP – jeder dieser Spieler hat bereits gewonnen. Sie haben den Sprung gewagt, sich in einem fremden Land durchgebissen und sind weiter gekommen, als die meisten es je für möglich gehalten hätten. Und genau das macht deutschen Football aus: Mut, Ausdauer und der Glaube an den eigenen Traum. — Daniel Düngel, Footballschland
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